Portrait: Natascha von Hirschhausen "Wir alle kommunizieren durch unser Äußeres."

Gründerin

Modedesignerin

 

"Mich fasziniert Mode als Spiegel der Gesellschaft.

Wir alle  kommunizieren durch unser

Äußeres. Diese Kommunikation ist Mode." 

Natascha von Hirschhausen

 

Mit ihrem Modelabel beweist Natascha von Hirschhausen eine radikal durchdachte ökologisch-soziale Philosophie, für die sie 2017 mit dem Bundespreis Ecodesign in der Kategorie Produkt ausgezeichnet wurde. 2018 stellte Natascha unter dem Titel "Ideal & Mode" im Kunstgewerbe Museum Berlin aus und wurde für den German Design Award nominiert.

 

Außerdem gründete die Designerin im gleichen Jahr das Modedesigner Netzwerk für Nachhaltigkeit "aethic.de". 2017 veröffentlichte Natascha “Einfluss der Digitalisierung auf die Mode und warum daraus eine Frage der Verantwortung entsteht” in “CSR und Digitalisierung” im Springer-Gabler Verlag. 

 

Ihren Master of Arts zum Thema ethische Modegestaltung absolvierte die Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes an der  weißensee kunsthochschule berlin. An der Mediadesign Hochschule Berlin schloss sie ihren Bachelor of Arts zum Thema „Nachhaltigkeit 2.0 - Entwicklung einer open-source Kollektion“ mit Auszeichnung ab. 

 


THE STORY

 

"Hallo, ich bin Natascha und habe das Label Natascha von Hirschhausen gegründet nachdem ich, während meinem Masterstudium an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, in Bangladesch war. Auch davor habe ich mich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander gesetzt, hatte aber eher die Frage, ob es wirklich nachhaltig ist, noch eine Kollektion auf einen sowieso übervollen Markt zu bringen.

 

In Bangladesch habe ich dann gesehen, wie die westliche Welt mit einem sehr vielseitigen Land umgeht. Neben den menschlichen Lebensrealitäten hat mich vor allem die Menge an Müll getroffen, die dort verursacht wird. Ich wusste schon vorab, dass allein im Zuschnitt der Kleidung etwa 20% Verschnitt anfallen und Überproduktion ein großes Problem ist. Aber zu sehen wie - bildlich spitz gesprochen - ein Land als Abfalleimer für unsere westliche Zivilisation benutzt wird, hat mich abgestoßen.

 

Auch wenn ich Konzepte, wie Re- und Upcycling von Restmaterialien für gute Ansätze halte, um das aktuelle System etwas zu entlasten, war meine Frage, ob man den Müll nicht von Anfang an umgehen kann. Also habe ich ein eigenes Schnitt-System entwickelt, das den Verschnitt auf unter 1% reduziert.

 

"Im Fokus stehen dabei immer mein

 

Produkt und meine Kund*innen."

 

Wichtig war mir auch ausschließlich natürliche Materialien zu nutzen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit kontrolliert werden - und das für jede Komponente des Kleidungsstückes.

 

Inzwischen bin ich sicher, dass es die richtige Entscheidung war noch eine nachhaltig-faire, zero-waste Kollektion auf den Markt zu bringen und diese hauptsächlich auf Bestellung zu produzieren, um Überproduktion zu vermeiden. Ich bin sehr dankbar, für meinen Beruf und für die Unterstützung, die wir bislang bekommen haben, weil auch andere Menschen an meine Idee von zukunftsorientierter Gestaltung glauben.

 

Im Fokus stehen dabei immer mein Produkt und meine Kund*innen. Ich bin nicht der Typ für die große Show, oder viel Werbung. Mir macht es am meisten Freude ein Produkt zu entwerfen, dass durchdacht, nachhaltig, elegant, alltagstauglich und doch im Stillen extravagant ist und damit Frauen anzuziehen, die sich in der Kleidung wohl, schön und stark fühlen."

Portrait: Kerstin Jacobsen, Retouch: Kim Lena Sahin